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RATGEBER · GRIECHENLAND 2026

Griechenland 2026: Warum Liegeplätze hier halb so viel kosten wie in Kroatien

93 griechische Häfen im Vergleich, 46 davon mit amtlich belegtem Tarif. Der mittlere Liegeplatzpreis liegt bei rund 28 € pro Nacht – in Kroatien sind es 99 €. Dafür ist die Spanne innerhalb Griechenlands groß: amtlich belegt von 5,82 € an der Kaimauer bis 255 € in der Sani Marina auf Chalkidiki (Hochsaison).

Wer die Preisdebatte der letzten Jahre verfolgt hat, kennt vor allem eine Zahl: Kroatien wird teurer. Genau darum lohnt der Blick eine Seemeile weiter südöstlich. In den Vergleichsdaten der MarinaCheck-App liegt der mittlere Preis für eine Nacht in Griechenland bei etwa 28 € – gegenüber rund 99 € in Kroatien, 75 € in Italien und 48 € in Frankreich. Griechenland ist damit das günstigste der großen Mittelmeer-Reviere im Datensatz.

Diese eine Zahl verdeckt allerdings mehr, als sie zeigt. Denn auch innerhalb Griechenlands liegen billigster und teuerster Liegeplatz weit auseinander. Der Grund ist keine Preiswillkür, sondern ein struktureller Unterschied: Griechenland hat zwei parallele Systeme – kommunale Stadt- und Inselhäfen auf der einen Seite, private Marinas auf der anderen.

Das andere Ende
Spetses Harbour
5,82 € / Nacht
Aktueller Tarif, 12-m-Boot, ganzjährig einheitlich, MwSt. inklusive. Amtliche Gebühr der kommunalen Hafenkasse (Δημοτικό Λιμενικό Ταμείο Σπετσών) – kommunaler Inselhafen ohne feste Marina-Infrastruktur; Strom und Wasser gibt es nur extra über Vorauskarten.
Teurer
Flisvos Marina, Athen
144 € / Nacht
Aktueller Tarif, 12-m-Boot, ganzjährig einheitlich. Vollausgestattete Marina im Superyacht-Segment vor den Toren Athens.

Zwischen diesen beiden Polen liegt praktisch das gesamte Land. Und weil beide Zahlen echte Liegeplätze beschreiben, ist die entscheidende Frage vor der Reise nicht „Wie teuer ist Griechenland?", sondern „Welche Art von Liegeplatz suche ich eigentlich?".

Preiswerter vs. teurer – Revier für Revier

Damit der Vergleich nicht bei zwei Extrembeispielen stehen bleibt, hier die Spanne für fünf Reviere, sortiert vom günstigsten zum teuersten Beispiel. Amtliche Tariflisten liegen in Griechenland vor allem für kommunale Stadthäfen vor – auf den Kykladen und im Saronischen & Argolischen Golf reichen die amtlich belegten Tarife nur von 5,82 € (Spetses) bis 17,36 € (Naxos-Stadt), ein spürbar teureres, amtlich belegtes Gegenstück fehlt bisher, weshalb diese beiden Reviere hier bewusst fehlen (in der App sind sie natürlich trotzdem vollständig mit Schätzung/Richtwert gelistet).

RevierPreiswerter*Teurer*
Dodekanes & Ostägäis Agios Kirykos
(Ikaria)
7,22 € Leros Marina
(Leros)
53,82 €
Ionische Inseln & Westküste Hafen Zakynthos-Stadt 7,22 € Marina Igoumenitsa 48 €
Nordägäis, Chalkidiki & Sporaden Skopelos Town Harbour 7,22 € Sani Marina
(Kassandra)
76–255 €
Peloponnes & Kreta Monemvasia Harbour 7,22 € Marina Kalamata 38–56 €
Athen & Attika Alimos Marina
(Kalamaki)
52 € Flisvos Marina 144 €

* Aktuelle amtliche Tarife (Aktueller Tarif) der jeweiligen Hafenbehörde oder Marina für ein Boot von ca. 12 m, Stand 10/2026 – bewusst nur Beispiele, die sich mit einer offiziellen Tarifliste belegen lassen. Die Gesamtspanne über alle 93 griechischen Häfen im MarinaCheck-Datensatz (inkl. Schätzung/Richtwert) ist deutlich größer, siehe App.

Drei Beispiele aus Griechenland

  • Agios Kirykos (Ikaria) – 7,22 €/Nacht
  • Hafen Zakynthos-Stadt – 7,22 €/Nacht
  • Skopelos Town Harbour – 7,22 €/Nacht

Und für dein eigenes Boot? Trag Länge und Breite ein – die App zeigt dir sofort den passenden Richtpreis für alle 555 Marinas im Mittelmeer, kostenlos und ohne Konto.

Die Kykladen gehören zu Griechenlands günstigsten Revieren – mit einem großen Aber

Das überrascht, weil Mykonos und Santorin als teuer gelten. Der Median der Kykladen liegt aber bei 7,22 € – gleichauf mit den Ionischen Inseln der niedrigste aller Reviere. Er kommt durch einfache Stadt- und Inselhäfen zustande, für die eine landesweite Gebührenordnung gilt (170 € pro Meter und Jahr, für ein 12,50-m-Boot 7,22 € pro Nacht inklusive MwSt.), etwa Ermoupoli auf Syros oder die Häfen auf Kea, Kythnos und Serifos – dort liegt man meist an der Kaimauer und zahlt Strom und Wasser separat. Neun Kykladen-Häfen sind inzwischen amtlich belegt, darunter sogar die Marina Tourlos auf Mykonos mit 7,29 € nach dem offiziellen Hafentarif (die deutlich höheren Preise, die für Mykonos kursieren, beziehen sich nicht auf diesen Tarif); am teuersten ist amtlich Naxos-Stadt mit 17,36 €. Spürbar darüber liegen die Vlychada Marina auf Santorin und der Hafen von Ios – für sie liegt uns aber keine amtliche Tarifliste vor, weshalb wir hier bewusst auf einen konkreten Eurobetrag verzichten. Ein niedriger Median heißt hier also nicht „günstige Marina", sondern „viele einfache Häfen".

Warum die Preise so unterschiedlich sind

Der wichtigste Faktor ist die Art des Hafens. In den kommunalen Stadt- und Inselhäfen fällt oft nur eine geringe oder gar keine Liegegebühr an; Strom und Wasser werden separat abgerechnet, wo es sie überhaupt gibt. Private Marinas mit Schwimmstegen, Rezeption, Sicherheitsdienst und Werftanbindung liegen dagegen regelmäßig über 50 € für ein 12-Meter-Boot. Diese Zweiteilung ist in der Praxis gut dokumentiert und deckt sich mit dem, was unsere Daten zeigen.

Der zweite Faktor ist die Lage. Rund um Athen konzentriert sich die teure Infrastruktur: Alimos, Flisvos, Zea und Vouliagmeni liegen alle zwischen 52 € und 150 €, was den Median des Reviers auf 100 € hebt – mehr als das Doppelte jedes anderen Reviers im Land. Wer Athen als Ausgangspunkt braucht, aber nicht dort liegen muss, findet in Lavrion oder Rafina deutlich günstigere Alternativen.

Und drittens gilt hier wie überall die Hochsaison-Nachfrage. Autofreie Inseln mit wenigen Plätzen wie Hydra oder Symi ziehen im Juli und August so viele Boote an, dass die Kaigebühr spürbar über dem liegt, was ein vergleichbarer Hafen in der Nebensaison verlangt.

Nicht vergessen: die Bootsabgabe TEPAI

Anders als in Kroatien kommt in griechischen Gewässern eine eigene Abgabe hinzu, die in keiner Liegeplatz-Preisliste auftaucht: die Bootsabgabe TEPAI. Sie gilt für alle Boote ab 7 m Länge unabhängig von der Flagge, wird monatsweise berechnet und steigt mit der Bootslänge – auch ein einziger Tag im Monat löst den vollen Monatsbetrag aus. Die aktuellen Sätze und die Zahlung findest du beim griechischen Finanzamt AADE unter aade.gr. Wir nennen hier bewusst keine Eurobeträge, weil sich die Staffelung ändern kann und eine veraltete Zahl teurer wäre als gar keine.

Wie Griechenland im Vergleich dasteht

Setzt man die Mediane der großen Reviere nebeneinander, ergibt sich ein klares Bild: Griechenland liegt bei rund 28 € pro Nacht, Frankreich bei 48 €, Spanien bei 61 €, Italien bei 75 € und Kroatien bei 99 €. Für ein zweiwöchiges Törnbudget macht der Unterschied zwischen Griechenland und Kroatien schnell mehrere hundert Euro aus – Geld, das an anderer Stelle spürbarer ist als am Steg.

Wenn du wissen willst, wie sich das auf der anderen Seite der Adria darstellt: Wir haben die kroatischen Preise in einem eigenen Ratgeber zu den günstigsten Marinas in Kroatien genauso aufgeschlüsselt. Und wer eine der größten Preisspannen im gesamten Mittelmeer sehen will: Die bietet nicht Griechenland oder Kroatien, sondern Frankreich, mit amtlich belegten Liegeplätzen von 7 € bis 263 € pro Nacht.

🔍 Ehrlich gesagt

Die Beispielpreise oben stammen aus amtlichen Tariflisten der jeweiligen Hafenbehörde oder Marina, für ein Boot von ca. 12 m Länge – dein eigenes Boot kann günstiger oder teurer liegen, je nach Länge. Genau das rechnet die MarinaCheck-App für jede der über 550 hinterlegten Marinas individuell für dich aus, kostenlos und ohne Konto.

Ein Hinweis, der uns bei Griechenland besonders wichtig ist: Viele kleine Insel- und Stadthäfen veröffentlichen überhaupt keine Preisliste. Für einen Teil der Häfen im MarinaCheck-Datensatz stützen sich die Werte deshalb auf Erfahrungsberichte und Hafenführer statt auf offizielle Tarife – in der App als Schätzung oder Richtwert gekennzeichnet, statt als amtlich belegten Preis. In den Vergleichsbeispielen oben haben wir deshalb bewusst nur Häfen mit amtlicher Tarifliste verwendet.

Und noch ein Tipp aus der Praxis: Der Tagespreis vor Ort weicht manchmal vom angezeigten Richtpreis ab – einige Marinas geben bei längerem Aufenthalt, außerhalb der Stoßzeiten oder einfach auf Nachfrage Rabatt. Ein kurzer Anruf oder eine Mail direkt bei der Marina lohnt sich deshalb fast immer, bevor du dich festlegst.

Die Richtpreise und Ausstattungen auf dieser Seite basieren auf öffentlich verfügbaren Daten und können sich jederzeit ändern. Wir empfehlen daher in jedem Fall eine Rückfrage bei der jeweiligen Hafenmeisterei, da sich Preise und angebotene Leistungen kurzfristig durch äußere Faktoren ändern können. Für die Richtigkeit, Vollständigkeit und Aktualität der Angaben können wir daher keine Gewähr übernehmen.

Häufige Fragen

Die Fragen, die zu diesem Ratgeber am häufigsten gestellt werden.

Was kostet ein Liegeplatz in einer griechischen Marina pro Nacht?

Der mittlere Preis liegt bei rund 28 € pro Nacht für ein 12-m-Boot – amtlich belegt reicht die Spanne von 5,82 € an einfachen Stadthäfen (Spetses) bis 255 € in der Sani Marina auf Chalkidiki in der Hochsaison; der teuerste ganzjährige Satz sind 144 € in der Flisvos Marina bei Athen. Damit ist Griechenland das günstigste der großen Mittelmeer-Reviere im MarinaCheck-Datensatz.

Welche Region in Griechenland hat die günstigsten Marinas?

Die Kykladen und die Ionischen Inseln teilen sich mit 7,22 € den niedrigsten Median. Das liegt vor allem an einfachen Stadt- und Inselhäfen, in denen die landesweite Hafengebühr von 7,22 € pro Nacht gilt – auf den Kykladen etwa Ermoupoli (Syros), Kea, Kythnos und Serifos; selbst die Marina Tourlos auf Mykonos kostet amtlich nur 7,29 €. Spürbar darüber liegen vor allem die Vlychada Marina auf Santorin und der Hafen von Ios, für die keine amtliche Tarifliste vorliegt.

Ist Griechenland günstiger als Kroatien?

Ja, deutlich. Der mittlere Liegeplatzpreis liegt in Griechenland bei rund 28 € pro Nacht, in Kroatien bei rund 99 €. Zum Vergleich: Frankreich 48 €, Spanien 61 €, Italien 75 €.

Was ist die TEPAI und fällt sie zusätzlich zur Liegeplatzgebühr an?

Die TEPAI ist eine griechische Bootsabgabe für alle Boote ab 7 m Länge, unabhängig von der Flagge. Sie wird monatsweise berechnet, steigt mit der Bootslänge und taucht in keiner Marina-Preisliste auf – sie kommt also zusätzlich zur Liegeplatzgebühr hinzu. Aktuelle Sätze gibt es beim griechischen Finanzamt AADE.

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